American Football - Eine Einführung für den Einsteiger

 

Die ersten Kontakte mit American Football sind für Viele verwirrend und teilweise sogar
abschreckend. Dieser Eindruck wird oft durch den ungewohnten Spielablauf und den
„unregelmäßigen“ Spielfluss erweckt, denn American Football ist anders als die in unseren Breiten
bekannten Mannschaftssportarten.
Dass unser Sport aber im Gegensatz zu den weit verbreiteten Meinungen einfach zu verstehende
Regeln besitzt und sehr schnell verstanden werden kann, werden wir mit unserer folgenden
Erklärung beweisen.

IMG-20160814-WA0006
 


Mannschaft-, Ball-, Kontakt- und Denksport – Ein Sport für Jederfrau/-mann

Bevor wir jedoch mit unserer Spielerklärung beginnen, möchten wir noch kurz erläutern, warum uns
gerade dieser Sport so fasziniert und weshalb wir denken, dass genau dieser Sport für Jede/n
geeignet ist:
American Football wird in einer Mannschaft mit verschiedenen Teams (Angriff und Verteidigung), zu
je 11 Spielern, gespielt. Mitunter der wichtigste Aspekt einer erfolgreichen Mannschaft ist das innere
Gefüge. American Football kennt keine Individualspieler oder Solisten – Jeder muss sich auf Jeden
verlassen können und jeder Spieler ist der wichtigste Spieler der Mannschaft. Kein Sieg ohne eine
gute Verteidigung und keine Erfolg ohne einen guten Angriff.
Wie der gesamte Sport, so ist auch der Spielball etwas Besonderes. Die „Ei“-Form macht ihn
unschlagbar für weite Würfe und einen sicheren Griff beim Tragen. Genauso schwer wird es aber
auch, wenn der Football geschossen werden soll. American Football ist eben auch ein besonderer Ballsport.

IMG-20160814-WA0007
Spektakulär, kraftvoll und energiegeladen ist American Football im Bereich des Spieler-Spieler-
Kontaktes. Durch Helm und Schutzausrüstung geschützt rasen die Spieler ineinander und versuchen
sich am Punkt- und Raumgewinn zu hindern. Die Geräusche, die auf dem Platz zu vernehmen sind,
wenn die Spieler aufeinanderprallen oder auf dem Boden aufschlagen lassen jeden erahnen und
mitfühlen, welche Energie hier freigesetzt wird.
Der Quarterback blickt kurz zum Trainer, welcher mit wilden Gesten Bilder in die Luft zeichnet. Kurz
darauf stehen die elf Mann in Position und der Quarterback ruft seinem Team seltsame Worte zu.
Die Kommunikation zwischen Trainer, Spielführer und Team ist vor fast jedem Spielzug notwendig,
da die permanente Analyse der eigenen Aktionen sowie die des Gegners eine blitzartige Änderung
der eigen Spielweise zu Folge haben kann. „Schach auf dem Rasen“ wird American Football von
vielen Sportbegeisterten genannt, da ein Großteil des American Football Spiels reiner Denksport ist.
Die sportlichen Aspekte des Mannschafts-, Ball-, Kontakt und Denksports kombinieren sich so perfekt
im American Football, dass das Zuschauen für Jederfrau/-mann genügend spannende und freudige
Momente bietet. Aber American Football ist auch für jeden Sportlertyp etwas. Eine Mannschaft
bietet so viele verschiedene Positionen, mit unterschiedlichen Anforderungen, dass dicke, dünne,
große, kleine, schnelle und auch langsame Menschen hier ihren sportlichen Erfolg finden können.


Das Spiel – Regeln und Begriffe

Ziel des Gefechts

Wenn wir ein American Football Spiel mit einem Gefecht zweier gegnerischer Truppen betrachten, so
lässt sich das Hauptziel am bildlichsten erklären: Land- oder Bodengewinn.
Das Spielfeld ist das Land, um das sich die zwei Truppen streiten. Das Land ist 120 Meter lang und in
10-Meter-Zonen aufgeteilt. In den beiden äußeren Zonen (Endzonen) steht die zu erobernde Burg
(Torpfosten - Goalposts).
Die aktuelle Grenze gibt der Ball an. Entlang seiner Spitzen laufen die Grenzlinien (Line of Scrimmage)
und der Bereich dazwischen ist die Neutrale Zone, die vor einem Spielzug nicht betreten werden darf.
Die Angreifer versuchen nun so viel Land zu erobern, um die Grenze in die gegnerische Endzone zu
verlagern, also den Ball dorthin zu „bringen“. Dies ist dann der viel beschworene Touchdown und
bringt dem Eroberer 6 Punkte.

IMG-20160814-WA0008


Spannung, Taktik und Gefecht

Wenn wir bei unserem Vergleich bleiben, so stehen sich also immer zwei Truppen gegenüber: Auf
der einen Seite stehen die Angreifer (Offense) und ihnen gegenüber die Verteidiger (Defense).
Damit das Gefecht nicht zu einseitig und damit langweilig wird, haben die Angreife nur vier Versuche
um 10 Meter Land zu erobern. Die zu überbrückenden 10 Meter werden, für Alle deutlich sichtbar,
durch zwei Personen mit mobilen, miteinander verbundenen Markierungspfosten angezeigt.
Schaffen die Angreifer dies nicht, dann werden die Rollen getauscht! Aber wenn es doch gelingt,
dann dürfen die Angreifer weitermachen und bekommen noch einmal 4 Versuche für weiteren
Landgewinn.

 

Aber wie erobert man Land?

Der Angreifer muss die Grenze (Ball) in Richtung des Gegners „verschieben“. Hierzu hat er zwei
Möglichkeiten: er trägt den Ball oder er wirft den Ball zu einem Mitstreiter und dieser fängt ihn auch.
Da der Ball zu Beginn eines Versuchs (Spielzug - Down) auf dem Boden liegt wird er zunächst einmal
in Sicherheit gebracht. Dies macht der mittlere Kämpfer (Center), indem er ihn zwischen seinen
Beinen nach hinten wirft oder übergibt – diese Aktion nennt man Snap. Derjenige der den Ball vom
Center empfängt, ist im Normalfall der Anführer der Angreifer und wird Quarterback genannt. Seine
Kämpfer, die sich nun vor ihm befinden versuchen ihm etwas Zeit zu verschaffen, indem sie sich den
anstürmenden Verteidigern (diese wollen ja die Grenze für sich erobern) in den Weg stellen.
Der Quarterback muss nun entscheiden, ob er den Ball zu einem Mitstreiter (Wide Receiver) wirft
(nach hinten oder zur Seite darf man dies so oft man möchte; nach vorne nur einmal) ihn an einen
Kämpfer (Running Back) weitergibt, der den Ball dann laufend nach vorne trägt oder gar selbst mit
dem Ball läuft.


Gemetzel mit Regeln

Die Spieler, dürfen sich gegenseitig am Weiterkommen hindern. Hier dürfen sie aber nur mit den
Händen stoßen oder mit dem Körper in den Weg stellen – das sog. Blocken.
Der Spieler, der den Ball in Händen hält, also die begehrte Grenze behütet, darf jedoch auch zu
Boden geworfen werden (Tackling). Hierzu darf er auch festgehalten werden.
Damit das Verletzungsrisiko bei einem solchen Kampf vermindert wird tragen alle Spieler eine
Schutzausrüstung sowie einen Helm mit einem Gitter als Gesichtsschutz. Außerdem ist der Angriff
auf den Kopf oder Hals eines Spielers strengstens verboten.

IMG-20160814-WA0010


Rasenschach

Auch beim „normalen“ Schach geht es um die Darstellung einer Schlacht. American Football bietet
genau wie das Brettspiel eine Fülle von taktischen Möglichkeiten und die Notwendigkeit den Gegner
permanent zu analysieren und Spielzüge im Voraus zu planen. Hierzu gibt es außer den Spielern auf
dem Rasen auch noch Personal am Spielfeldrand – Headcoach, Coaches und Coordinators.
Wer die Schlacht aufmerksam verfolgt, der wird auch ein reges Treiben am Spielfeldrand und eine
ständige Kommunikation (mit Händen und Füßen, wie auch per Zuruf) zwischen den dortigen
Personen und den Spielführern auf dem Feld beobachten können.


Ausblick

Mit diesen Informationen sollte es dem Anfänger nun leichter fallen ein American Football Spiel mit
Freude zu betrachten. Die offiziellen Regeln sowie die diversen Fachbegriffe, welche immer wieder
fallen, werden wir an anderer Stelle genauer betrachten.
Wir wünschen nun viel Spaß beim nächsten Spiel und würden uns über einen Besuch am Spielfeld
freuen.

 

Photos and Copywrite by Gesa Cowell

Joomla templates by a4joomla